Header Beitrag LaTeX - Tag 1

Ein großer Wutschrei! LaTeX kostet mich verdammt viele Nerven. Ich bin auf die geniale Idee gekommen, herausfinden zu wollen, ob es möglich ist alles so einzurichten, dass ich den zu schreibenden LaTeX-Code auch in SublimeText2 schreiben könnte. Für sich genommen war das auch garnicht so der Umstand, denn genau dafür gibt es für SublimeText2 das Plugin LaTeXtools. Das zu installieren geht dank der Package-Control auch sehr schnell und unkompliziert. Auf der gitHub-Seite des Plugins steht alles genaustens beschrieben (einmal ganz nach unten scrollen). Im Nachhinein betrachtet, sogar zu genau. Dort stand nämlich, dass das Plugin einen besseren Support für TeXlive als für MikTeX bietet.

Schnell war herausgefunden, dass es anscheinend zwei verschiedene, populäre TeX-Distributionen gibt, eben jene erwähnten. Netter Lerneffekt, denn jetzt kann ich mir LaTeX etwas besser vorstellen. Als Paket nämlich. Im Fall der beiden Distributionen als Pakete, die sowohl einen Editor, als auch einen Compiler mitbringen, der aus dem runtergeschrieben und mit Formatangaben versehenen Text dann tatsächlich ein PDF kompiliert. Leider dachte ich mir auch, dass es ja nicht schaden könnte, dann mal eben auch TexLive zu installieren. Dazu muss man wissen, das TeXLive den Nutzer auf eigentlich alles vorbereiten möchte, was ihm einfallen könnte. Ein Buch erstellen? Oder doch ne Beamer-Präsentation? Einen Artikel? Kein Problem, darf’s auch ein Bisschen mehr sein? TeXlive bringt wirklich alle erdenklichen Pakete mit. So ist der Nutzer nicht gezwungen die benötigten Pakete selbstständig zu suchen, runterzuladen und zu installieren.
MikTeX hingegen geht einen anderen Weg. Hier wird nur das installiert, was wirklich als Basis notwendig ist. Wenn der Nutzer mehr möchte, dann darf er gerne die gewünschten Pakete in seinem Text im Editor erwähnen. Sobald er versucht etwas zu kompilieren fällt dann auf, dass ein Paket fehlt und es wird (je nach Einstellung auch „on-the-fly“) aus dem Netz nachgeladen.

Wenn man die beiden Konzepte betrachtet, wundert es dann nicht mehr, dass TeXlive ein viel größeres Paket ist als MikTeX. In Zahlen: MikTeX hat bei mir ca 150MB auf der Festplatte belegt. TeXlive direkt mal 6,7GB. Bis ich die runtergeladen hatte ist so seine Zeit vergangen. Belohnt wurde ich dann damit, dass sich beide Distributionen nicht auf meinem Windows-Rechner vertragen haben. Laut einiger Foreneinträge hätte ich die PATH-Angaben unter Windows entsprechend anpassen müssen. Das war mir leider nicht ganz geheuer, da ich nicht gewusst hätte, was ich da tue. Aber welche Distribution sollte ich jetzt behalten, welche runterschmeißen? Als Anfänger mit nicht all zu vielen Anforderungen sollte MikTeX ja eigentlich reichen. Ich bin dann noch von einer Freundin auf TeXnicCenter aufgmerksam gemacht worden. Hierhinter verbirgt sich ein LaTeX-Editor, der doch schon relativ komfortabel ist. Man kann ihm sagen, mit welcher LaTeX-Distribution man arbeiten möchte und wo diese liegt. Dann gibt man im Assistenten-Fenster noch schnell ein, wo der PDF-Viewer liegt mit dem fertige PDFs angezeigt werden und fertig. Keine schlechte Idee. Doch dann gings los.

Ich habe TeXlive deinstalliert, MiKTeX deinstalliert, MiKTeX(in neuerer Version) installiert, TeXniCenter installiert.* MikTeX deinstalliert und neu installiert, TeXniCenter deinstalliert und neu installiert.

Bis * war eigentlich alles ok. Dachte ich. leider gab es einen Compilerfehler nach dem anderen. Also hieß es wieder Foren durchwühlen. Der Tipp hier, MikTeX neu installieren. Das war ja kein Problem und schnell gemacht. Danach gab es aber immer noch Compiler-Fehler. Jetzt aber mit einer genaueren Angabe. Denn hier meckerte jetzt Windows mit einem API 5 Fehler. Der wollte mir bedeuten, dass das im Editor von TeXniCenter referentierte Klassen-Paket „beamer“ zwar nachgeladen, aber nicht installiert werden konnte. Leider ist man nirgends darauf vorbereitet worden, dass man TeXniCenter für alle Benutzer des Windows-Rechners installieren muss, damit dem Programm die Admin-Rechte verpasst werden die es benötigt um selbstständig die heruntergeladenen Pakete zu installieren. Im Gegenteil, denn man kann im Installationsassistenten auswählen, ob man das Programm nur für sich, oder gleich für alle installieren möchte. Also… alles von vorne 😉

Gestern Abend taten mir die Augen von 8 Stunden Bildschirmarbeit und Frustration dann gehörig weh. Ein bisschen mehr Apple-Benutzerfreundlichkeit wären hier doch angebracht. Ich darf das sagen. Ich habe gestern mehr Forenbeiträge gelesen als in meinem ganzen Leben bisher. Mir erscheint es mehr denn je so, dass es wenn es um LaTeX geht, man seinen unterschiedlichen Quellen alles aus der Nase ziehen muss ;( Schlussendlich bin ich mit dem zynischen Gedanken ins Bett gegangen, dass InDesign mitlerweile auch super XML-Dateien in dafür vorbereitete Template-Dateien einladen kann…