SS/17 Projektarbeit: CodeCity in Processing

Auch im Sommersemester 2017 war das Projekt für das Modul Kommunikationsdesign mit eines der spannenderen des Studiums

Die Aufgabe:

Erstellt etwas mit den Fähigkeiten, die ihr euch bis hierhin (7. Semester) angeeignet habt. Das kann eine App sein, eine Website, ein interaktives Projekt… denkt euch was aus, woran ihr Spaß habt und woran auch Andere Spaß haben könnten!

Uff! Das ist ja mal eine sehr eingeschränkte Aufgabenstellung. Also habe ich mich hingesetzt und mir etwas ausgedacht.

Die Idee:

Im Laufe von Projekten entstehen meist unglaublich viele Zeilen Code. Jeder Programmierer pflegt einen eigenen Stil, nutzt unterschiedliche Einrückungen (sofern das nicht durch das Projekt vorgeschrieben ist), schreibt unterschiedlich häufig Kommentare („Da brauch ich keinen Kommenar, das erkennt man doch durch Draufschauen“ *Seufz*), nutzt CamelCase oder eine andere Syntax. Mit anderen, verklärten Worten: Er hinterlässt seinen Fingerabdruck im Code, macht ihn zu etwas Einzigartigem. Ich möchte diese Einzigartigkeit gerne visuell darstellen. Dabei ist mir eine Stadt in den Sinn gekommen, oder besser, eine Skyline. Auch sie prägt den Fingerabdruck einer Stadt und ist meist sehr schnell visuell wiedererkennbar. Kurz: Mache aus Codeeigenschaften eine Städte-Skyline

Für die Umsetzung habe ich mich für Processing entschieden. Hier sind wir dann bei der Hernzensangelegenheit, dem Teil, der mir großen Spaß bereitet. Auch, wenn sich im Laufe des Projektes herausgestellt hat, dass sich Processing toll für die Datenvisualisierung inkl. Animation eignet, ist die Darstellung und Skalierung von pixelbasierten Bildern eher unterwältigend.

Ausgangsmaterial ist ein Stück Code, zum Beispiel eine Website. Mein Processing Script untersucht diesen Code nun auf bestimmte Eigenschaften. Im Moment sind dies die Anzahl bestimmter Zeichen, Kommentare, Lines etc. Daraus wird die Anzahl an Häusern, Stockwerken, Fassadenfarben und Ähnliches bestimmt. Um auch noch die Variable des Betrachters mit einzubeziehen, bestimmt die Uhrzeit des Script-Starts den Sonnen-/Mondstand und das Wetter der Umgebung. So entsteht aus jedem Code eine ganz individuelle Visualisierung des „Fingerabdrucks“.

Die kleine Insel mit ihrer Stadt rotiert, so dass man die Stadt von allen Seiten sehen kann.

Beispiel 1

Beispiel 2 – Die Stadt nachts im Regen

Wenn ich bei Gelegenheit mehr Zeit für das Projekt finde, möchte ich es noch etwas verbessern. So möchte ich gerne in erster Linie mehr Eigenschaften des Codes berücksichtigen. Vielleicht lässt sich die Animation durch die Verwendung von vektorbasierten Grafiken beschleunigen (Wenn Processing das denn kann). Auch könnte eine der Eigenschaften bestimmen, wieviele Menschen oder Autos sich in der Stadt tummeln 😉
Das Projekt hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich konnte viel lernen.

Mein Malen nach Zahlen Experiment

Ich habe aktuell Urlaub und bin über etwas gestolpert, was ich in der Kindheit super gerne gemacht habe.
Ich wette ihr hattet die auch, unzählige Malen nach Zahlen Bilder mit Hunden, kleinen Katzen oder Pferden. Als Kind kann dir das Motiv dabei natürlich nicht bunt genug sein. Ich gebe zu, ich habe auch nicht vor den glitzernden oder nachtleuchtenden Varianten zurückgeschreckt. Als Erwachsener empfinde ich die aktuelle Auswahl von Ravensburger hingegen als sehr sehr kitschig. Es gibt zwar anspruchsvolle Bilder, aber auch diese zeigen in der Mehrheit immer noch Einhörner, quitschige Regenbögen oder wohlplatzierte, majestätische Löwen und Tiger. Ich denke man hört raus, dass dies eben nicht meinem Geschmack entspricht. Das fertige Bild möchte ich auch aufhängen können, umso wichtiger also, dass es mir über lange Zeit gefällt.

Mitlerweile gibt es Malen nach Zahlen, oder Paint by Number, wie es im Englischen heißt, nicht mehr nur ausschließlich von Ravensburger. Über Ebay und Amazon kann man relativ günstige Angebote mit sehr unterschiedlichen Motiven und Schwierigkeitsgraden finden. Die Bewertungen der Bilder schwanken dabei aber sehr stark, daher habe ich einen eigenen Test gestartet und mir folgendes Motiv bestellt:

Bild auf AliExpress Bild auf AliExpress

Die häufigsten Kritikpunkte sind, dass die Farben nicht korrekt seien und das fertige Bild dann garnicht mehr den Vorstellungen entsprochen habe. Ebenso haben viele Leute bemängelt, dass der Vordruck auf Leinwand oder Pappe verzogen oder nicht gut lesbar sei. Man muss dazu sagen, dass man einige Malen nach Zahlen Motive direkt bei verschiedenen Anbietern findet. Ich habe mir dann den Anbieter herausgesucht, der meiner Meinung nach am seriösesten aussah. Es kann aber schon sein, dass es entweder nur einen Vertrieb über verschiedene Kanäle gibt, oder dass sogar Plagiate im Spiel sind. Das sind aber alles nur Vermutungen.

Mein Paket wurde innerhalb von drei Tagen geliefert. 40x50cm bereits auf einen Holzrahmen aufgezogene Leinwand erwartete mich darin. Auf der Rückseite der Verpackung finden sich noch hilfreiche Tipps, leider sind nicht alle auf deutsch. Den kyrillischen Text kann ich also nicht bewerten 😉 Es wird auch darauf hingewiesen, dass die Farben nicht 100% mit der Abbildung übereinstimmen müssen… na da bin ich mal gespannt.

Inhalt der Malen nach Zahlen Packung

Inhalt der Malen nach Zahlen Packung

Neben dem (sauber gedruckten) Bild findet sich noch ein Übersichtsausdruck, 30 kleine Farbtöpfchen, 3 verschiedene Pinsel und Aufhängeösen in der Verpackung. Ich meine mich zu erinnern, dass bei den Kindermotiven früher immer nur ein einzelner Pinsel dabei war. Eigentlich entspricht das alles meinen Erwartungen und ich mache mich fröhlich ans Werk. Sofort kommen alte Erinnerungen hoch. Der Geruch der Farbe, der Zahnstocher, mit dem man in den Töpfchen rührt und die eifrige Suche nach der nächsten gerade gesuchten Zahl. Die Farben können und müssen tatsächlich mit reichlich Wasser verdünnt werden, sonst trocknen sie sehr schnell ein. Eine Pipette kann hier sehr hilfreich sein. Das Durchrühren hilft auch, die Farbpigmente gut zu verteilen.
Wie auf der Packung empfohlen, fange ich mit der hellsten Farbe an und arbeite mich immer von oben nach unten durch.

Step 1

Step 1

Step 2

Step 2

Dies sind Bilder nach den ersten Arbeitsstunden. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie es damit weitergeht.

WS/16 Projektarbeit: „Houses Against Zombies“

Hier ein recht lustiges Projekt aus dem sechten Semester, Modul Kommunikationsdesign:

Die Aufgabe:

„Stellt euch vor, die Zombie-Apokalypse hat stattgefunden. Ihr habt überlegt, ebenso ein paar andere Menschen. Medieninformatiker sind gefragt wie nie, denn die Infrastruktur ist in weiten Teilen noch erhalten. Nutzt euer Wissen und Können um etwas zu entwickeln, dass euch das tägliche Leben angenehmer macht, oder euch als Gruppe hilft, an einer Lösung für die Apokalypse zu arbeiten.“

Das Modul war übrigens eine Kooperation mit dem Fachbereich Architektur. Unsere Kommilitonen sollten sich eine Apokalypsen-geeignete Bebauung und Wohn-Architektur überlegen.

Das Konzept:

Viele Leute wird so eine Zombie-Apokalypse (oder jede Art von Apokalypse 🙂 ) ziemlich unvorbereitet treffen. Man sieht sich neuen Herausforderungen entgegengestellt, muss ums tägliche Überleben kämpfen. Wie macht man eigentlich Feuer, baut eine Angel oder einen regendichten Unterschlupf? Viel von diesem Wissen ist verlorgen gegangen, weil es einfach nicht gebraucht wird in unserer modernen Zeit.

Die App soll hier Abhilfe schaffen, indem sie wertvolle Anleitungen für überlebenswichtige Hilfsmittel bietet. Dabei funktioniert sie auf zwei Wegen. Entweder gibt man an, welche Gegenstände man zur Verfügung hat und lässt sich anzeigen, was daraus gebaut werden kann – natürlich direkt mit Anleitung, oder man wählt aus, was man herstellen möchte. In diesem Fall gibt die App all das benötigte Material und die Anleitung an. Das Ganze ist inspiriert durch alte Point&Click Games – „Kombiniere Stock mit Schnur“. Die Überlegung war, dass ein wenig Spaß (neudeutsch: Spielcharakter oder Gamification) bei der Nutzung der App und der Suche nach benötigtem Material den Lerneffekt nur noch anheben kann.

Eine Ausbaustufe könnte sein, dass jeder Nutzer eigene Anleitungen hinzufügen, oder bestehende Anleitungen verbessern könnte. Das würde aber eine zentrale Verteilung der Informationen an alle App-Nutzer voraussetzen, etwas, was wir nicht weiter betrachtet haben. Um die App schneller nutzen zu können, könnte der Anwender ggf. auch schon sein Inventar an immer verfügbaren Materialien hinterlegen.

Natürlich funktioniert das Ganze nur, wenn viele Menschen ein Smartphone nutzen und Strom zur Verfügung haben (vllt. 1-2 mal die Woche an Orten mit Stromgenratoren aufladen können o.Ä.)

Die App ist übrigens mit Absicht in dunklen Farben gehalten. Das spart nicht nur Strom, weil das Display nicht so stark beleuchtet wird, sondern ist auch weniger auffällig, wenn man sich gerade durch Zombi-verseuchtes Gebiet schleichen muss. Die Farbkodierung der Kategorien soll ein schneller Zurechtfinden und Orientieren erleichtern.

Die Umsetzung:

Die App begrüßt einen mit der Auswahl, ob man nach den Materialien zum Herstellen eines bekannten Gegenstandes sucht, oder wissen möchte, was man aus vorhandenen Elementen herstellen möchte.

Fall 1 (Ich habe Materialien und suche nach etwas, was ich damit bauen kann) :

App Startbildschirm

App Startbildschirm

Ich gehe durch die links angeordneten Kategorien und trage in jeder Kategorie ein, was ich zur Verfügung habe. Meine Auswahl aktualisiert immer die zur Verfügung stehenden Optionen. Wie viele Anleitungen ich mit den ausgewählten Materialien umsetzen kann, steht immer unten im Button, mit dem ich die Übersicht der Anleitungen erreichen kann. Ich habe einen Stock und Asche, Bindfaden und etwas Textiles, z.B. ein Stück Stoff. All dies gebe ich ein und wähle dann eine der mir angezeigten Anleitungen im Bereich „Medizin“. Ich rufe dann die Anleitung für eine Zahnbürste auf und kann direkt mit dem Basteln anfangen.

Schritt 1: Auswahl Textil/Stoff

 

Schritt2: Auswahl Textil/Bindfaden

 

Schritt 3: Auswahl Holz/Stock

 

Schritt 4: Auswahl Holz/Asche

 

Schritt 5: Anleitungsauswahl

 

Schritt 6: Anleitung für eine Zahnbürste

 

Tipp für die Anleitung Öllampe

Für den Prototypen haben wir ein HTML Grundgerüst aufgebaut und mit CSS gestylt. Die Sliding-Animation konnten wir mit JQueryUI umsetzen. Die Piktogramme, das Logo sowie die Anleitungsbilder stammen von uns.

Verbesserungsmöglichkeiten:

  • Klarere Darstellung der ausgewählten Kategorie, z.B. durch ein farbliches Hervorheben der aktuellen Kategorie
  • Klarere optische Trennung zwischen Materialauswahl und Anleitungsübersicht

Weihnachtsbasteleien

Wenn es draußen (nicht) schneit, und man ein wenig Zeit hat, bevor die Familie zum Kuchenessen kommt, juckt es ganz schön in den Fingern, die bis jetzt liegengebliebenen oder länger gewünschten Projekte zu basteln.
Dieses Jahr habe ich mir gewünscht, dass sich etwas an der Dekoration über unserem Esstisch ändert. Das Stoffbanner, was ich vor 2 Jahren mal gemacht habe, gefällt mir immer noch, ich finde Stoff an der Wand hat was Gemütliches. Da jetzt aber zu Weihnachten noch ne Schippe Gemütlichkeit mehr dabei sein darf, gerne auch Thematisch passend, habe ich noch mal in der Stoffkiste gewühlt. Siehe da, vom Sternenbanner ist tatsächlich noch Stoff übrig. Nicht so lang, aber dennoch ausreichend. Bei Pinterest war schnell ein Motiv rausgesucht, ein Kranz aus Zweigen. Goldene Acrylfarbe habe ich auch noch zur Hand gehabt und die Holzleisten waren schnell im nahegelegenen Bau- und Werkzeughaus besorgt. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:

Weihnachtsbanner

P.S.: Die Weihnachtsdeko für den Tisch habe ich am 19.12. gekauft. Meine Mutter und Schwester haben mich für verrückt erklärt. Das würde sich ja kaum mehr lohnen. Aber gerade da haben sie sich getäuscht. Ich habe auf sämtliche Weihnachtsdeko noch 50% Rabatt bekommen. Und ich meine 5 Tage vor Weihnachten ist auch noch genug Zeit, alles schön herzurichten, oder?
P.P.S.: Glühweihnbonbons! 😛 Ich trinke ja keinen Alkohol. Und eigentlich esse ich auch keinen. Aber wenn irgendwo kein Alkohol drin ist, dann in diesen Bonbons. Sie wecken Erinnerungen an meine Schulzeit, in der eine gute Freundin die immer auf dem Schulhof verteilt hat. Dieses Jahr habe ich sie zum ersten Mal selbst gekauft. Ganz schön teuer, die Dinger. Aber es geht ja um das Erlebnis.

Schon etwas vor Weihnachten wurde dieser niedliche kleine Eisbär hier fertig:

Amigurumi Eisbär

Und weil ihm wahrscheinlich ziemlich kalt sein dürfte, hat er auch einen passenden Schal bekommen.

Das nächste Projekt hat mich auch schon länger in den Fingern gejuckt. Vor mir ist ja bekanntlich keine handwerkliche Tätigkeit sicher. Diesmal ist es das Sticken. Ja ich weiß was ihr jetzt denkt. Das machen doch nur alte Leute. Mag sein. Und ja… ich bin auch frustiert, denn es scheint vorwiegend nur alte Motive zu geben. Oder welche, mit denen man nichts anfangen kann. Ich mag halt irgendwie doch keine bestickten Taschentücher haben, die aus Papier sind mir lieber. Dann habe ich aber doch auf Pinterest noch viele schöne Muster finden könne, hauptsächlich für Perlerbeads, hier auch HAMA oder Schmelzperlen genannt. Kennt ihr noch aus dem Kindergarten, oder? Die Muster eignen sich wunderbar.
Auch empfehlen kann ich die Stickgarne von Buttinette. Die haben schöne farblich auf einander abgestimmte Pakete, und weil ich die Stickgarne auch super für Macramee nutzen kann, habe ich direkt mal zugeschlagen.

Buttinette-Garne

Den Stickrahmen habe ich auch mitbestellt, genau wie den AIDAstoff. Den Stickrahmen habe ich tatsächlich einmal ausprobiert, muss aber sagen, dass er mich mehr behindert als mir hilft. Den Stoff habe ich jeweils mit halben Fäden, also je 3 von den 6 Fäden des Strangs bestickt. Das ist für den AIDAstoff mit 56 Löchern auf 10cm vollkommen ausreichend. Man kann wohl auch größer Sticken, dann würde ich aber den ganzen Faden verwenden und ihn nicht aufteilen.

Einen Tassenfuchs bitte

Diesen kleinen Fuchs hatte ich mir als erstes Versuchsobjekt ausgesucht, da dachte ich mir, kann nicht so viel schief gehen 😉
Das erste richtige Projekt dann sollte ebenfalls niedlich, und irgendwie größer werden. Das Einhorn hier hat nicht nur ein goldenes Glitzerhorn, sondern passt auch super in einen Bilderrahmen, der natürlich noch zu besorgen ist. Das Bild vom Bild folgt hoffentlich dann in Kürze.

Glitzer Einhorn

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Oh, und bevor ich es vergesse, ich habe ja auch noch ein schönes Weihnachtsgeschenk bekommen. Schon länger habe ich mir im Internet Bilder von Sami-Armbändern angeschaut. Das ist traditioneller Schmuck der Samen, Nordschweden. Das Leder ist Rentierleder, der Knopf aus Rentierhorn. Der Draht ist gesponnener Zinndraht mit 4% Silberanteil. Muss ich dazusagen, dass man sowas hier in Deutschland nur sehr sehr schwer bekommen kann? Kaufen kann man die fertigen Bänder schon. Für ca. 70-80€. Aber wo wäre dann da der Spaß? Gottseidank habe ich einen Schwedenshop gefunden, der Bastelsets nach Deutschland verschickt. Das Paket kam pünktlich und zügig bei mir an. Ich habe mich gefreut wie eine Schneekönigin. Über die Herstellung von solchen Armbändern lasse ich mich dann noch einmal in einem gesonderten Post aus.

Sami Armband

Zum Schluss noch ein super Tipp für alle Leute, die wie ich an den Weihnachtstagen nach passenden Fotolocations für Selbstgebasteltes suchen. An klirrend kalten Morgenden sind die Autodächer echt wunderschön anzusehen. Ich habe mich aber mal auf mein eigenes Autodach beschränkt, die Nachbarn halten mich wahrscheinlich sowieso schon für seltsam, wenn ich immer mit der Kamera rumlaufe und irgendwelche kleinen Stofftiere fotografiere.

Hier noch eine Impression vom Autodach, etwa einen Monat her:

Autodach mit Eis

Joa, das war im Großen und Ganzen dann Weihnachten 😉

Anleitung Tatting Ohrringe

Ich habe letztens ein Bild von Spitzen-Ohringen im Netzt gefunden, welche ich unbedingt haben wollte. Leider waren die Schmuckstücke nicht käuflich erwerblich, daher habe ich mir meine Schiffchen geschnappt und versucht sie mir selbst zu basteln. Ich hoffe ihr könnt von dieser Anleitung ein wenig profitieren und selbst ein eigenes kleines Erfolgserlebnis feiern. Denn nichts ist schöner als selbst erstellter Schmuck, am besten direkt in der eigenen Lieblingsfarbe.
Voraussetzung für die Umsetzung dieser Anleitung sind Basisfähigkeiten in der Schiffchenarbeit. Es wird mit einem Schiffchen und dünnem Häkelgarn (ca. 3 Meter) gearbeitet, weiterhin benötigt ihr 22 Perlen und eine sehr feine Häkelnadel um die Pikots anzubinden.

Anmerkung: Ich habe die Fotos bei der Arbeit am 2. Ohrring gemacht. Neben gutem Licht mangelte es auch ein wenig an Konzentration, daher sind auf den Bildern im äußeren Arbeitsring 2 Perlen zu viel zu sehen. Ich habe sie einfach zum Ende der Arbeit mit einer Zange weggeknippst. Ich sage das nur der Vollständigkeit halber und damit niemand verwirrt wird durch die Bilder.

Plan Übersicht

Plan Übersicht

Anleitung Bild 1

Anleitung Bild 1


18 Perlen auf den Faden aufziehen. Wir arbeiten zuerst den inneren Ring aus. Dafür drei der Perlen auf den ersten Arbeitsring ziehen. Das sind die drei Perlen, die unten im inneren Ring liegen werden. Die 4 übrigen Perlen werden später von außen auf die Pikots aufgezogen.

Anleitung Bild 2

Anleitung Bild 2

Zuerst 3 Doppelknoten machen, dann 1 Pikot. Der Pikot muss groß genug sein, dass wir später eine Perle darauf ziehen können und noch Platz haben, damit wir mit der Häkelnadel den Pikot anbinden können.

Anleitung Bild 3

Anleitung Bild 3

Nach dem Pikot noch 3 weitere Doppelknoten, einen Pikot und dann 2 Doppelknoten machen. Nun die drei Perlen vor den nächsten Doppelknoten legen.

Anleitung Bild 4

Anleitung Bild 4

Mit dem Doppelknoten die 3 Perlen festsetzen.

Anleitung Bild 5

Anleitung Bild 5

Nach den Perlen noch 2 Doppelknoten, 1 Pikot, 3 Doppelknoten, 1 Pikot, 3 Doppelknoten arbeiten. Dann den inneren Ring zusammenziehen.

Anleitung Bild 6

Anleitung Bild 6

Beginn des 2. Rings, der Ring oben, hier wird später der Ohrring befestigt. In den Arbeitsring werden keine der Perlen gezogen.

Anleitung Bild 7

Anleitung Bild 7

Der obere Ring besteht aus 8 Doppelknoten. Sobald der Ring zusammengezogen wurde, können die Fäden verknotet werden. Das entlastet den Zug auf den nächsten, großen Arbeitsring, der die äußere Struktur aufbaut.

Anleitung Bild 8

Anleitung Bild 8

Nun kommt der letzte, der äußere Arbeitsring. Hier werden 3 Doppelknoten gearbeitet, dann wird eine der Perlen eingebunden. Wieder 3 Doppelknoten und eine Perle folgen, dann noch einmal 3 Doppelknoten.

Anleitung Bild 9

Anleitung Bild 9

Jetzt wird der erste der Pikots angebunden. Auf den Pikot wird eine Perle gezogen. Vor der Perle mit der Häkelnadel in die Schlaufe des Pikots einstechen und den Ringfaden durchziehen. Durch die Schlaufe des Ringfadens das Schiffchen ziehen.

Anleitung Bild 10

Anleitung Bild 10

Es folgen 3 Doppelknoten, 1 eingebundene Perle, 3 Doppelknoten. Auch der 2. Pikot der wie der 1. angebunden. Darauf kommen wieder 3 Doppelknoten, 1 eingebundene Perle, 3 Doppelknoten, 1 eingebundene Perle, 2 Doppelknoten. Wie bei der Spitze des inneren Rings werden auch hier beim äußeren Ring mehrere Perlen eingebunden, hier aber 5 statt 3.

Anleitung Bild 11

Anleitung Bild 11

In umgekehrter Reihenfolge wie beim Hinarbeiten vorgehen. Also nach dem Einbinden der 5 Perlen an der Spitze folgen 2 Doppelknoten, 1 eingebundene Perle, 3 Doppelknoten, 1 eingebundene Perle, 3 Doppelknoten, Anbinden des Pikots, 3 Doppelknoten, 1 eingearbeitete Perle, 3 Doppelknoten, Pikot anbinden, 3 Doppelknoten, 1 eingearbeitete Perle , 3 Doppelknoten, 1 eingearbeitete Perle , 3 Doppelknoten.

Anleitung Bild Final

Anleitung Bild Final

Nach dem Zusammenziehen des Rings müssen die Knoten noch ein wenig gerichtet werden. Dann kann man die losen Fäden verknoten und abschneiden. In den oberen Ring kann man einen Aufhänger, zum Beispiel einer Kette oder von Ohrringen befestigen.

Morris die Katze

Bild vom Amigurumi Morris die Katze

Vor kurzem hatte meine Mutter Geburtstag. Sie ist aus irgendeinem unerfindlichen Grund eine der wenigen Personen, die ich noch nie mit einem selbstgemachten Amigurumi beschenkt habe. Man sagt immer, dass sich Eltern (auch im hohen Alter (der Kinder)) immer über selbstgemachte Geschenke freuen. Den obligatorischen, selbstgetöpferten Aschenbecher mal ausgelassen. Den gab es mit 8 oder 9 Jahren und ich meine mich zu erinnern, dass er damals irgendwann „aus Versehen“ heruntergefallen ist 🙂
Ich hoffe also, ihr jetzt mit Morris, dem herausgeputzten Kater, eine kleine Freude zu machen.

Ich bin ganz glücklich eine schöne Anleitung für eine Katze gefunden zu haben. Mangel herrscht da jetzt nicht gerade dran, aber alle anderen Anleitungen und Amigurumis haben mir selbst nicht sonderlich gefallen. Eine Katze musste es aber auf jeden Fall sein, denn meine Mutter mag Katzen über alles. Früher hatten wir selbst einen Kater zuhause, Karlchen. Karlchen ist stolze 18 Jahre alt geworden und ich denke noch jetzt gerne daran zurück, wie ich mit ihm geschmust habe, oder er neben mir auf dem Kopfkissen geschlafen und dabei ganz leise geschnurrt hat <3 Der Kater und die zugehörige stammt nicht aus meiner Feder, sondern findet sich hier: Anleitung Gatito von http://amigurumies.blogspot.de
http://amigurumies.blogspot.de/2013/02/gatito.html
Die Anleitung ist auf Spanisch, das ist aber nur halb so schlimm. Wenn man Google anschmeißt, findet man schnell heraus, dass „pb“ die Abkürzung für punto bajo ist und eine feste Masche meint. „PC“ meint punto de cadeneta und ist eine Kettmasche. „Aumentar“ und „disminuir“ weist das Zu- und Abnehmen von Maschen aus, „repetir“ bedeutet wiederholen. Mit diesen 5 Vokabeln und ein bisschen Vorwissen lässt sich dann auch eine fremdsprachige Anleitung gut umsetzen, denn mehr ist ja an so einem Amigurumi auch nur in Ausnahmefällen zu tun.

Was mich am Endergebnis ein wenig enttäuscht hat, ist die Tatsache, dass das mit der Anleitung ausgelieferte Bild ein etwas wohlgeformteres Amigurumi zeigt, als ich es fabriziert habe. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass der Fehler hier nicht bei mir liegt. Das Bild ist so aufgenommen, dass der Katzenkörper nicht so lang aussieht, der Kopf schön Rund und eher breit als lang. Die Anleitung habe ich auch ganz kleinlich befolgt. Und noch etwas: Schon während ich die Füße hergestellt habe, habe ich mich gewundert, wie lang die sein sollten. Ich habe mit Absicht auf die letzten 2 Reihen verzichtet, sonst hätte ich nicht beide Füße nebeneinander unten am Körper festnähen können. Außerdem sollte man darauf achten, dass man den Katzenschwanz tief genug anbringt, damit die Nahtstelle den Körper nach hinten hin abstützt. Mein kleiner Morris* kippt leider immer leicht nach hinten, weil ich das nicht beachtet habe. Sollte ich die Anleitung also noch einmal nachhäkeln, würde ich den Kopf größer und die Füße kleiner machen.

* Wer sagt hier, Morris klingt ja wie der Name einer Maus?